Daniel Kahneman erhielt 2002 den Nobelpreis in Ökonomie für seine Arbeiten in der Verhaltensökonomie (Behavioral Economics). Kahneman war allerdings kein "richtiger" Ökonom, sondern Psychologe. In seinem Preisgekrönten Artikel erwähnt er erstmals den "Peak/End Effect".
Dieser Effekt beschreibt ein Phänomen das in unserem Gehirn auftritt. Unser Gedächtnis funktioniert demnach so, dass wir uns an emotionale Höhen (bzw. Tiefen) eines Ereignisses sowie an das Ende eines Ereignisses am besten erinnern können. Was zwischen diesen beiden Eckpfeilern liegt, ist in unserer Erinnerung oft nur schemenhaft vorhanden. Um die Auswirkungen dieses Effekts zu verdeutlichen gebe ich hier zwei Beispiele:
- Ein Investor beispielsweise, der in den letzten zwei Jahren grosse Renditen erzielt hat wird von "Normalsterblichen" als sehr vertrauenswürdig und erfolgreich bezeichnet. Dies obwohl er vielleicht in den Jahren davor riesige Verluste eingefahren hat.
- Beim Verschlingen eines Kebabs (Döner) ist oft nur die Qualität der Sauce und des Fleischs ("Peak") und das untere Ende - Ist es trocken? Saftet es auf den Boden? Ist er bereits kalt? - entscheidend. Was sonst noch alles im Kebab enthalten ist, ist den meisten Leuten egal (Und kann somit dem Kebabstandinhaber auch egal sein). Ähnlich verhält es sich mit wohl mit Sandwiches. Und nicht umsonst ist der "Abgang" beim Wein entscheidend für eine gute Bewertung.
Diese Erkenntnisse macht man sich in der Praxis in vielen verschiedenen Bereichen zu nutzte. Beispielsweise für eine verbesserte Sportvermarktung (TV-Übertragungen), Spielfilme (Die Sexszene und das Happyend), bei der Arbeit (Betreuung nach der Entlassung), etc. Der Peak/End Effekt ist nur einer unter vielen sogenannten "Cognitive Biases". Für weitere solche siehe (widereinmal) Wikipedia (List of cognitive biases). Weitere interessante Links:
- Applying the Peak-End rule to personal Finance
- By Overstated.net
- Fast guide to learn the peak.end rule
PS: Nach einem Absturz nach zu viel Alkohol tritt natürlich kein P/E Effekt auf, weil man sich an das Ende ja gar nicht mehr erinnern kann. Also eine gute Möglichkeit (!) dem "End" zu entfliehen.
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