Hochrechnungen zur US-Wahl

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Zunächst hier einmal eine Liste der Sender, welche live mit Spezialsendungen über die US Präsidentschaftswahlen berichteten:

  • RTL/N-TV (gleiche Berichterstattung)
  • Sat 1/Pro 7 (gleiche Berichterstatung)
  • ORF 2
  • ZDF
  • ARD
  • SF1 (+Liveschaltungen zu CBS)
  • CNN

(Warscheinlich wären es noch mehr, doch zum Glück ist mein Senderangebot beschränkt.)

“Optisch” jung und kompetent

Rein optisch waren sich die vielen Sender ziemlich ähnlich. Ständig lief eine Laufschrift mit den neuesten Informationen am unteren Bildschirmrand. Der Rest war bis Oben gefüllt mit schönen Grafiken, Rednerpulten, Grossleinwänden, Zahlen und Menschen. Die Moderatoren waren allesamt im mittleren Alter, sollten aber trotzdem jung und kompetent wirken.

Als Beispiel Stephan Klapproth von SF1: Seine Mähne hing ihm fast bis zu den Schultern. Seine Haare waren zusammen mit seinen Armen ständig in Bewegung. Er durchlöcherte seine Gäste (zwei Männer links, zwei Frauen rechts, alle mit einem kleinen Laptop vor der Nase) im Sekundentakt mit den selben neuen Fragen. Die Gäste hatten kaum Zeit zum Antworten. Immer wieder musste Klapproth die durchaus interessanten Statements seiner Experten unterbrechen: ”Ah! Ich sehe gerade, CBS hat wieder eine neue Hochrechnung”. Der Gast wird nie mehr Gelegenheit erhalten seine Argumente zu Ende zu bringen, die gestellte Frage ist schnell vergessen…

Schon ab zwei Uhr morgens stellt Klapproth alle zehn Minuten fest: ”Also meine Damen und Herren! Obama hat diese Wahl gew… äääh… es sieht nun ganz deutlich … nein fast danach aus als hätte Obama diese Wahl jetzt… nein bald… vielleicht gewonnen!” Ein paar mal verkündet er so fast den Sieg Obamas und muss sich dann Wortgewandt heraus- und darumherumreden. Sehr amüsant, mehr nicht…

Die Hochrechnung

Doch nun kommt das wirklich interessante an der Wahl-Berichterstattung: Die Hochrechnung. Beim Durchzappen durch die verschiedenen Sender fiel mir auf, dass die ja alle unterschiedliche Zahlen haben!

Hier ein kleiner Überblick, erfasst am Mittwoch, 05.11.08 um 02:20 Uh und 02:40 Uhr

Hochrechnungen
2:20 Uhr 2:40 Uhr
Sender Obama McCain Obama McCain
RTL/N-TV 82 34 103 49
Sat 1/Pro 7 77 34 102 34
ORF 2 82 39 81 34
ZDF 103 34 103 34
ARD 103 34 102 43
SF1 103 34 82 34
CNN 77 34 81 34
CBS 82 39 102 42

Was fällt auf? Die Hochrechnungen der Sender sind völlig unterschiedlich!

Bei den Sendern CBS und CNN macht das Sinn. Sie erhalten beide die neusten Auszählungen  von AP (Associated Press) übermittelt. Doch zudem haben sie ihre eigenen Mitarbeiter, welche sogenannte “Exit Polls” drchführen. Dabei befragen sie jeweils die Stimmbürger, welche gerade gewählt haben und aus dem Wahllokal kommen. Dies kann durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Ihre Hochrechnungen sind am ehesten brauchbar. (Links zu den Quellen für die Hochrechnungen von CNN und CBS findest du ganz unten auf der Seite)

Wir machen unser eigenes Ding

Offensichtlich haben die Europäischen Sender ihre eigenen Berechnungen angestellt. Stellen sie sich vor, eine Amerikanische TV-Station würde eine Hochrechnung zu schweizerischen oder deutschen Parlamentswahlen wagen… schier unvorstellbar. Doch die Europäer schulden es ihren Zuschauern, etwas eigenes zu machen und nicht bloss einfach die Zahlen von CNN zu übernehmen.

Leider ist meine Statistik nicht vollständig, so kann ich keine weitere fundierte Aussagen machen. Das liegt aber auch daran, dass ich auf den Homepages von SF, ARD, ZDF und N-TV keine Angaben zur Berechnung ihrer Hochrechnungen gefunden habe…

Doch Bemerkenswert ist in jedem Fall die Leistung von SF1. Ihre Hochrechnungen liefen jeweils als Lauftext am unteren Bildschirmrand. Merkwürdig ist, dass die Zahlen völlig anders waren als jene von CBS. Absurd, legten die Produzenten von SF1 doch so viel Wert auf die CBS Liveschaltungen…

Wetierführende Links

Warum die Zentralbanken die Zinsen senken

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Im Zuge der Finanzkrise gab es immer wieder Meldungen, dass die Zentralbanken ihre Zinsen senken. In einer orchestrierten Aktion mehrerer Notenbanken wurden die Zinsen gesenkt. Doch wozu dienen diese Zinssenkungen?

Der Preis für Kredite

Ein Zinssatz ist in erster Linie der Preis, den Banken und Unternehmen, aber auch Privatpersonen für Kredite bezahlen. Wie bei anderen "Gütern" richtet sich der Preis eines Kredits nach Angebot und Nachfrage. Je mehr Geld im Umlauf ist, desto mehr davon kann für Kredite verwendet werden (Angebot). Und je schneller die Wirtschaft wächst, desto mehr müssen Unternehmen investieren, um z.B. neue Produktionsstätten zu bauen (Nachfrage). Die Unternehmen fragen also die Kredite nach.

Die Notenbank ist ein "guter" Monopolist

Die Notenbank hat in der Regel ein Monopol auf das Geldangebot. Sie kann theoretisch unendliche Kredite vergeben. Doch um Inflation zu verhindern (was das oberste Ziel einer Notenbank ist) darf sie das nicht tun. Das extreme Beispiel, was passiert wenn eine Notenbank zu viel Geld druckt und ausgibt, ist die Hyperinflation.

Die Notenbank kann auf verschiedene Arten Geld ins Wirtschaftssystem pumpen. Eine Möglichkeit ist das sogenannte "Repo-Geschäft". Dabei übergibt die Notenbank einer Geschäftsbank (z.B. UBS, CS, Kantonalbanken, Raiffeisen, usw.) Geld. Im Gegenzug erhält sie Sicherheiten in Form von Wertschriften und einen Zins. Die Notenbank steuert diesen Zins eben genau mit Hilfe der Angebotsmenge, sie kann ihn also nur indirekt beeinflussen.

Entscheidet sie sich, weniger Geld zu "verteilen", so verteuert sich das Geld. Der Zins steigt. Wenn im Gegensatz dazu die Nachfrage nach Krediten (von den Unternehmen) steigt und die zu verteilende Geldmenge gleich bleibt, dann verteuern sich die Kredite ebenfalls.

Günstige Kredite generieren Wachstum

Wenn die Notenbanken also die Zinsen senken, bedeutet das, dass sie mehr Kredite vergeben wollen. Dies tun sie um die im Zuge der Finanzkrise entstandene hohe Nachfrage nach Flüssigem zu bedienen.

Die Banken brauchen Kredite um ihre Löcher zu stopfen. Zudem kurbelt ein tieferer Zins die Investitionstätigkeit der Unternehmen an. Sie brauchen diese Kredite z.B. um neue Produkte zu entwerfen, Fabriken zu bauen oder neue und schnellere Computer anzuschaffen. Dies führt mittel- bis langfristig zu Wirtschaftswachstum einhergehend mit neuen Jobs (tiefere Arbeitslosenzahlen) und neuen Produkten.

Die ungemütliche Alternative

Stellen wir uns vor, die Zinsen würden nicht gesenkt. Banken und Unternehmen erhalten keine Kredite oder müssen sehr viel dafür bezahlen. Das führt vor allem bei Unternehmen zu höheren Produktionskosten. Höhere Produktionskosten führen zu Entlassungen oder Kurzarbeit. Die Konsumenten erhalten weniger Lohn, können sich weniger leisten und konsumieren weniger. Weniger Mitarbeitende in einem Unternehmen können weniger Produkte herstellen oder Arbeiten wegen fehlender Ausstattung mit geringerer Produktivität. Mit anderen Worten: Die Wirtschaft schrumpft.
Und das ist es, was die Notenbank verhindern will…

Eine Zugfahrt die ist lustig…

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Wie viele Schweizer reise ich regelmässig mit dem Zug. Doch so etwas ist mir in vielen Jahren Zugfahren noch nie passiert…

Früh morgens um 8 Uhr (jaja liebe Arbeitende, ich weiss!) war ich im Intercity unterwegs von Luzern nach Bern. Der erreicht seit ein paar Jahren in einer Stunde sein Ziel, mit Zwischenhalten in Sursee und Zofingen. Geplante Ankunft in Bern: 9 Uhr.

Los gehts!

7:55 Uhr, alles ist perfekt. Das Wetter ist gut. Beim Einsteigen schiele ich in den 1. Klasse Wagen. Die Business-Leute haben ihre Laptops auf den kleinen Tischchen aufgeschlagen, bis zu vier auf einem. Ich steige in ein leeres Viererabteil, und hoffe, dass sich niemand mehr zu mir gesellt. Aber die Hoffnung stirbt. Ein älteres Ehepaar, das später Kaffee vom Elvetino bestellen wird, setzt sich mir Gegenüber hin.

8:00 Uhr, der Fahrplan stimmt, “Achtung! Der Zug fährt ab!” erschallt aus dem Bahnhoflautsprecher.

8:20 Uhr, das Unheil nimmt seinen Lauf. Noch vor Sursee stoppt der Zug und will nicht mehr weiterfahren. In drei Sprachen versucht der hörbar sprachunbegabte Zugbegleiter zu erklären, was vor sich geht. Der Zug der vor uns fährt hat offenbar technische Probleme, deshalb kommen auch wir nicht weiter.

8:30 Uhr, der Zugbegleiter klingt etwas verstört, als er erklärt: “Dieser Zug endet hier und geht zurück nach Luzern! Wir bitten sie um [...] sank yu vor jur anderständing!” Toll!

8:40 Uhr, tatsächlich setzt sich der Zug in die andere Richtung in Bewegung. Ich beginne mich zu fragen, ob ich wohl in Luzern den neun Uhr Zug noch erwische. Doch das Problem löst sich in Luft auf. “Wir bitten sie in Sempach auszusteigen, und dann in den neun Uhr Zug nach Bern einzusteigen…”, tönt es in nicht mal gutem Hochdeutsch.

Gestrandet

9:00 Uhr, Sempach-Neudorf. Bitte alles aussteigen! Ein Teil der Businessleute will wohl wieder nach Luzern zurück und wechselt auf das andere Perron. Sie haben das Meeting wohl sowieso verpasst… Ein Mann neben mir bemerkt sarkastisch: “So viele Leute hat dieser Bahnhof wohl noch nie gesehen”. Ich schmunzle ihm zu. Für ein Gespräch ist es noch zu früh am Morgen (jaja, ich weiss!).

9:07 Uhr, der Zug aus Luzern kommt an und nimmt die Gestrandeten in sich auf. Wir sind gerettet!

PS: Gibt es da nicht dieses Lied, das da heisst: “Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schön, denn da kann man viele Leute auf dem Bahnsteig stehen sehn”. Oder so ähnlich…

Von Hier bis Unendlich

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Eine Diskussion mit meiner Liebsten brachte mich auf das Thema des heutigen Blogbeitrags, welcher mit einer einfachen Frage beginnt: Wie gross ist das Universum?

Die Unendlichkeit

Die Grösse des Universums wird im Allgemeinen als Unendlich angenommen. Doch was bedeutet Unendlich? Der Begriff der Unendlichkeit ist für den Menschen nicht fassbar. Es ist das Gegenteil von Endlich, einer begrenzten, aufzählbaren Menge. Unendlich ist keine “Zahl” im eigentlichen Sinne. Aber trotzdem kann man mit der Unendlichkeit “rechnen”. Man kann sie als Hilfsmittel in Form eines Grenzwertes in der Mathematik einsetzen (Zeichen: ∞). Auch in der Ökonomie oder Statistik muss häufig die Unendlichkeit bemüht werden um ein Phänomen zu erklären. Wie könnte man ohne eine “greifbare” Unendlichkeit einen Bruch wie 10/3 (3,3 Periodisch) im Dezimalsystem darstellen und begreifen? Wie könnte man mit übergrossen Zahlen rechnen, für welche sogar die modernsten PCs (immer noch) Jahre bräuchten um sie anzuzeigen?

Alles hat ein Ende…

Jede/r kennt den Ausspruch “Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei”. Doch hat das Universum ein Ende? Wenn es nämlich wie oben besprochen Unendlich ist, hat es wohl keins. Oder doch? Hier stellt sich die Frage, ob das Universum in alle Richtungen unendlich ist, oder bloss nach oben und unten hin. Oder ist das Universum gar Ringförmig? Würde man als Weltraumreisender nach jahrelanger Reise plötzlich wieder an der Erde vorbeifliegen? UND: Könnte man sich dann überhaupt noch sicher sein, dass es sich wirklich um die selbe Erde handelt, welche man vor langer Zeit verlassen hat?

Keine Antwort ist auch eine Antwort

Trotz aller Vermutungen, Strahlungsmessungen und Modellen ist es bisher nicht möglich die Grösse des Universums zu bestimmen. Und das wird wohl noch (unendlich) lange so bleiben. Doch wofür war jetzt noch mal der Blogbeitrag gedacht? Ach ja: Eine, wenn nicht die einzige Erkenntnis aus der Unendlichkeitsdiskussion ist, dass wir Menschen nicht alle Fragen beantworten können, wir klein und unwissend sind. Trotzdem macht es Spass über solche Fragen nachzudenken! Und das ist das Schöne daran. :-) Weitere ungeklärte Fragen (Viel Spass beim Nachdenken!):

  • Wer ist Gott?
  • Was ergibt x dividiert durch 0?
  • Gibt es Ausserirdische?
  • Was ist ein Schwarzes Loch?
  • Sind Mobilfunkstrahlen schädlich?
  • Was ist Intelligenz?

Micropayments

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Heute habe ich mich mal ausführlich über sogenannte “Premium SMS Services” schlau gemacht. Dabei bin ich immer wieder über das Wort “Micropayments” gestossen.

“Micropayments” sind kleine Zahlungen, die erst abgerechnet und bezahlt werden, wenn eine bestimmte Summe zusammen gekommen ist. Beispielsweise eben ein SMS-Service (Jamba, SBB Fahrplan, …) bei dem pro verschickte oder empfangene Nachricht ein kleiner Betrag – zusätzlich zum Standardtarif des Mobilfunkanbieters – anfällt. Diese kleinen Zahlungen jedes mal direkt zu bezahlen würde sowohl für den Anbieter wie auch für den Benutzer einen viel zu grossen Aufwand bedeuten.

Beim Beispiel SBB-Fahrplan werden sämtliche Anfragen über die Abo-Rechnung an Swisscom/Orange/Sunrise bezahlt (die 20 Rp. pro SMS sind selbst auch Micropayments). Der Handyanbieter überweist dann den kumulierten Betrag an die SBB. So spart die SBB einen rechten Batzen.

Übertragbar aufs Internet?

Wäre diese Methode nicht auch aufs Internet anwendbar? Heute bezahlen wir einmalig für unseren Internetzugang an den Provider, und zusätzlich für jeden gelesenen NZZ Artikel an den NZZ-Verlag, für jeden MP3-Song auf iTunes…

Könnte man für Zusatzservices wie einzelne Zeitungsartikel, MP3′s oder andere Webinhalte nicht einfach über einen “Micropay”-Button (freiwillig?) einen kleinen Betrag überweisen (20 Rp.), der akkumuliert, und Ende Monat an den Inhaltsanbieter ausbezahlt wird? So wären wir vielleicht eher bereit für einen heruntergeladenen MP3-Song oder eine gelesene Webseite zu bezahlen. Die Abrechnung über den Provider würde für uns Internetnutzer einen wesentlich geringeren Aufwand bedeuten, als für jeden Service extra ein Online-Konto einzurichten.

Mit einem solchen System könnte man auch kleinere nützliche Anbieter unterstützen. Wie z.B. einen Comiczeichner, welcher sein Werk ins Internet stellt und wegen hoher Besucherzahlen einen eigenen Server betreiben muss. Durch (freiwillige) Micopayments könnte der Zeichner einen Teil seiner Kosten decken, oder gar Gewinn machen (die Masse macht’s!). 20 Rappen bezahlen wir gerne für einen lustigen Comic. Aber gleich Anmelden und 20 Fr. für ein Comic-Abo abdrücken? Eher weniger!

Der Spam-Tod

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Jede Woche hatte ich mehr als zehn Kommentare auf meinem Blog. Einige würden dies ja als einen Erfolg ihres Search-Engine-Optimization-And-Comment-Maximization-Approach’s ansehen. Würde ich auch. Aber: 99% der Beiträge waren Spam.

Jetzt endlich habe ich mich darum gekümmert. Schwupps das AuthImage Plugin installiert und schon ist dem Spam ex-ante der Prozess gemacht. Urteil: Tod durch Turing-Test.

Der Turing-Test

Der Turing-Test ist benannt nach dem berühmten Computerwissenschaftler und Mathematiker Alan Turing. Von ihm stammt auch die Turingmaschine - ein höchst theoretisches Konstrukt zur Darstellung berechenbarer Algorithmen (Turing war auch an der Entschlüsselung der deutschen ENIGMA im zweiten Weltkrieg beteiligt).

Dieser Test ist nicht eine konkrete Frage oder gar eine Prüfung, sondern eine Methode um festzustellen ob das “Etwas” mit dem man kommuniziert (z.B. in einem Chatroom) ein Mensch oder eine Maschine ist.

Genau das soll mein neu installiertes Plugin feststellen. Handelt es sich beim Kommentator um einen Mensch oder um eine Maschine (also einen Spam-Bot)?

Weitere Infos gibts unter:

Swiss Army Experience: Episode 3

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Auf vielfach geäusserten Wunsch erscheint nun der dritte Teil des Berichts über meinen WK. Da mein Langzeitgedächtnis-Sieb nur noch Bruchstücke des Erlebten enthält berichte ich nur über ein Paar bemerkenswerte Szenen:

8 minus 5 macht 3!

Es war in Chur, am letzten Tag meines WK: Materialrückgabe! Natürlich wurde ich vom abwesenden Wachtmeister als Stellvertretung eingesetzt und musste dafür sorgen, dass das noch vorhandene Material in ursprünglicher Qualität und Anzahl an einen der Zeughäusler ausgeliefert wird. Diese Männer im Dienste des Zeughauses sind wahre Muntermacher.

Er: “Du wann habt ihr denn endlich euer Zeug aus dem Lastwagen ausgeräumt?”
Ich: “Unser Lastwagen ist noch nicht angekommen. Keine Ahnung wo er steckt…”
Er: “Mich schiissts a! Bin seit fünf Uhr morgens hier! Ich brauche einen Kaffee!”

Gesagt, und schon war er mit seinem Kollegen weggeschlurft. Eine Minuten später erschien der Lastwagen mit unserem Material…

Das Ausladen des Zeugs verlief ohne Probleme. Die Laptopkisten wurden durchsucht (Aufgrund von Inventarlisten wurde der Inhalt auf Vollständigkeit geprüft) und wie am Fliessband für in Ordnung befunden.

Doch dann kam die Kiste mit dem “Geheimmaterial”. Auf der Inventarliste waren fünf (5) kleine technische Geräte (wegen Geheimniskrämerei darf ich nicht verraten, dass es PDA’s sind), die in der Kiste sein sollten. Gefasst hatten wir laut Quittung deren drei! Doch siehe da, nach mehrmaligem Abzählen des Kofferinhalts war es eindeutig, unumstösslich und sonnenklar: In der Kiste sind acht(8)!

Dort hinten auf dem Übungsplatz

Nach(!) der mühsamen Materialrückgabe wurden wir wieder nach Magletsch verfrachtet (30km). Auf dem Weg dorthin merkte Soldat K., dass er sein Sturmgewehr in einer Beiz liegengelassen hat. Verzweifelt versucht er den Lastwagenfahrer zum Anhalten zu bewegen. Vergeblich. Ob der Fahrer zurückgewunken hat, weiss bis heute niemand. Keine Angst der besagte AdA erhielt sein Gewehr zurück.

In Magletsch angekommen suche ich meine Siebensachen im Unterstand und werde Zeuge einer weiteren Episode militärischen Schwachsinns.

Materialwache A: “He! Siehst du das dort hinten? Was ist das? Am Ende des Übungsplatzes.”
Materialwache B: “Hmm. Das sieht irgendwie aus wie eins der Telefone für die Panzer… Ich geh mal nachsehen.”
A: “Oooops! Die sind doch um die 5000 Fr. wert! Vermisst die niemand!?”

Natürlich vermisst die niemand! Doch vom Sold abgezogen werden die Dinger bestimmt. Ich zumindest habe bis heute keinen Rappen gesehen…

Von Effizienz und Ökologie in der Armee

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Inoffizieller Bericht der Inf Stabs Kp 61 zum WK vom 12. Nov 2007 bis 2. Dez 2007:

Woche 1

Die erste Woche beginnt mit der frühen Anreise nach Sargans. Von dort aus geht’s dann (um ca. halb 9 morgens – der 6 Uhr Zug hätte also doch gereicht) richtung (rtg) Festung Magletsch. Dort dürfen wir dann unsere 4-Sterne Schlafplätze beziehen. Laufzeit vom Eingang der Festung zum Schlag: 4 Minuten. Natürlich sind nicht genügend Betten vorhanden, so dass ein Teil der Kompanie (Kp) nach Mels ausquartiert werden muss. Ich habe Glück und muss nicht lange um eine Matratze kämpfen. Das wäre eine Blick Schlagzeile gewesen: "Krieg der Betten – 10 Soldaten ins KA".

Leider kommt es nicht dazu. Langeweile macht sich breit. Doch dann: Alles aufsitzen auf die Fahrzeuge und nach Thusis verschieben. Fahnenübernahme! Unser ganzes Batallion (Bat), ca. 600 Soldaten (Sdt) und Offiziere (Of) werden in Duros und Lastwagen nach Thusis verschoben (vers). Strecke Sargans – Thusis: 52km. Dort warten alle schön brav 2 Stunden bis zum Beginn der Zeremonie.

Dann plötzlich erklingt Engelsmusik in meinen Ohren: Der schweizerische Fahnenmarsch wird von einer lokalen Blasmusikgruppe performt. Alle marschieren zum grossen Platz, es ist kalt. Einheimische beobachten mehr oder weniger amüsiert das Geschehen aus ihren Häusern. Die Blaskapelle friert an den Fingern, man hörts. Wir sind im Krieg – sind wir im Krieg? Eine langweilige Rede und ein bisschen Marschieren später: Retour a la voiture. Zurück nach Sargans.

Den Rest der Woche verbringen wir mit dem Fassen des Materials (Mat) und wiedererlernen der Funk- und Nachrichtentheorie. Angebotene Kurse waren unter anderem: "Funken 101 – Wie lade ich ein Funkgerät (SE-235) und was ist eine F***G**(Geheim!)?" mit Wm Müller, "Nachrichtendienst im Alltag – Was ist rot und warum sind wir immer blau?" von Wm Keller, "Einführung in Gewehrgymnastik – I love ManiPat" mit Oblt Gyger, "How to Meccano – Wie man mit 10 Mann Effizient von A nach B verschiebt" von Wm Eichenberger.

Geschätzte in Panzern (Pz), Eagles, Duros, Puchs und Autos gefahrene Strecke pro AdA: ca. 150km, eher mehr.

Fazit der ersten Woche: NEF (Nicht ErFüllt)!

Woche 2

Einrücken in Sargans am Sonntag, 22:30 Uhr. Um 22:45 Uhr fährt ein Reisecar nach Magletsch. Chauffeur: "Ich hab gemeint ich muss schon um halb elf fahren…" – Ich: "Nein, nein! Der Kadi hat uns gesagt, um viertel vor." In der Festung angekommen werden die frisch gewaschenen Kleider ins Schränkchen verstaut und die Siebensachen für die Übung "SUPPORT" eingepackt. Danach noch schnell die Zähne putzen und ab ins Wasserbett.

Übung "SUPPORT"! Niemand weiss genau was er zu tun hat. Überall schwirren Majore, und höheres Getier herum. Unser Kompaniekommandant wird von einem solchen wilden Tier angegriffen und die Übung versinkt im Chaos. Die Übung wird abgebrochen und fortan als Ausbildung "HARZIG" weitergeführt. Insgesamt sechs (6!) mal verschieben wir unseren mobilen Kommandoposten (Mob KP) von einem Ort zum anderen (alias "Abrotzen"). Das läuft für den (meinen) Mob KP Zug folgendermassen ab:

  1. Ca. drei Kilometer Kabel (vom KP zu den Fahrzeugen) einsammeln und aufladen
  2. Notebook, Proki, Beamer, Kopierer und Leinwand einpacken
  3. Alle Nachrichtenkarten (plastifiziert) einrollen und aufladen
  4. Funkverbindung bis auf zwei Netze herunterfahren
  5. Alle aufsitzen
  6. Zum neuen Standort verschieben
  7. Alles wieder auspacken
  8. Kabel verlegen (auch die, welche nie benutzt werden. Grund: REALISMUS!!!)
  9. KP gemäss (gem) Befehl (Bef) der hohen Offiziere einrichten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Maj X mehr Diensttage hat als Maj Y. Deshalb sind die Wünsche von X und nicht die vorher von Y geäusserten Wünsche zu erfüllen.
  10. Die Punkte sieben bis neun sollten allerliebst bereits vor Punkt sechs ausgeführt worden sein.

Die Aufgabe der anderen Züge (eine Kompanie besteht aus ca. 5 Zügen) lautete währenddessen

  1. Von A nach B verschieben und warten bis der Mob KP Zug das neue KP eingerichtet hat
  2. Mittagessen
  3. Schlafen
  4. Ausruhen (Ausgeruht wird gem Bef erst nach dem Schlafen!)

Geschätzte in Panzern, Eagles, Duros, Puchs und Autos gefahrene Strecke pro AdA: ca. 350km, eher mehr.

Fazit der zweiten Woche: NEF!

Woche 3

 

Fortsetzung folgt…

Mein erster WK

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Es ist soweit… Nach jahrelangem Drücken und Verschieben rücke ich Morgen, fünf Jahre nach meiner Rekrutenschule, in den ersten WK ein. Das ist beileibe kein frohes Ereignis. Nur schon der morgige Tag wird ein Alptraum:

Um vier stehe ich auf, dann laufe ich mit allem Gepäck in 10 Minuten zum Bahnhof (es fährt noch kein Bus). Um 4.51h fährt der Zug richtung Zürich. Um 7.32h komme ich dann in Sargans SG an. Dort warte ich eine halbe Stunde auf den Shuttlebus, der um 8h fährt. Nach zwanzig Minuten Fahrt gelange ich an meinen Zielort: Die Festung Magletsch.

Wie unser ehemalige Verteidigungsminister Dölf Ogi bereits sagte: Freude Herrscht!

Aber nicht bei mir…

Mafia vs. Staat

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Mein Töggeli-Kollege G. aus Sizilien importiert Honig, Schokolade, Olivenöl und andere Spezialitäten aus seiner Heimat. Auf die Auswirkungen von Mafia-Aktivitäten auf sein Geschäft angesprochen, bekam ich eine völlig unerwartete Antwort:

Was denn die Mafia anderes mache als in der Schweiz der Staat, die Versicherungen und die Banken, fragte er mich zurück. Weiter: In der Schweiz müsse man für die (obligatorische) Versicherung und Krankenkasse bezahlen. Genau das, und nichts anderes, mache doch auch die Mafia…

Als Mensch konnte ich seine Antwort nicht verstehen. Denn Erpressung und (körperliche) Gewalt ist für mich nicht mit der legitimen staatlichen Gewalt vergleichbar. Ausserdem führt der Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Familien immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Das ist kein wünschenswerter oder haltbarer Zustand.

Als angehender Ökonom musste ich ihm allerdings teilweise recht geben. Was spielt es für eine Rolle, ob man dem Staat oder der Mafia sein Geld gibt? Schlussendlich erzielt man mit beidem den gleichen Effekt.

Aber trotzdem: Wenn alle so denken wie er, ist es nicht verwunderlich, wenn die Mafia den Kampf gegen eine staatliche Ordnung auch in Zukunft gewinnt.

PS: Leider konnte ich ihm keine Informationen über das konkrete Vorgehen der Mafia "entlocken". Vielleicht war ich zu wenig aggressiv? Doch warscheinlicher ist: Er wollte einfach nicht…

Mehr Infos zur Mafia: Mafia (Wikipedia)

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